Interview mit Johannes Blank, UAMO-Veranstalter (2007)
Ein Gespräch über das UAMO-Festival für zeitgenössische Kunst in München
Katalog UAMO 2007
UAMO. Wer braucht's?
Die Stadt München. Es gibt in München zahlreiche Galerien, einige Megainstitutionen und 2,5 Offräume. Aber ein Festival für zeitgenössische Kunst gibt es bisher nicht. UAMO versucht – je nach Festivalthema – Arbeiten eine Plattform zu bieten, die in der vorhandenen Münchner Kunstlandschaft kaum Platz haben.
Was unterscheidet das UAMO Festival von anderen Kunstfestivals?
Der Verein UAMO (Urban Art and Media Organisation) beschäftigt sich mit der urbanen Wirklichkeit. Diese wird mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Speziell die kreativ/künstlerische Auseinandersetzung damit unterscheidet das Festival von anderen Festivals. Jedes Jahr wird (falls Räumlichkeiten vorhanden sind) ein entsprechendes Thema gewählt. Das UAMO Festival fand zum ersten Mal 2004 statt. UAMO gibt auch jüngeren Kreativen und Künstlern eine Plattform, die Sie ansonsten evtl. nur durch jahrelanges pseudointellektuelles Gerede bei Galerie-Sektvernissagen erhalten können. Das langweilt nicht nur, sondern fördert im negativen Sinne auch die Abgrenzung der Kunst vom alltäglichen Leben.
Wie verlief der Prozess der Bewerbung? Wieviele Bewerber gab es und woher kamen diese?
Es wurden alle deutschen und zahlreiche europäische sowie außereuropäische Kunsthochschulen und andere Institutionen über das Festival informiert. Dies hatte zur Folge, dass 2007 mehr als 200 Bewerbungen eintrafen. Aus Deutschland, Spanien, Großbritannien, Kanada, Norwegen, Italien, Österreich, Schweiz, Finnland und den USA wurden Bewerbungen zunächst über das Internet geschickt. Alle Bewerber sollten zu dem Thema It's about to blow up! Arbeiten einreichen. Aufgrund des Budgets wurde das Screening eingerichtet, bei dem auch Arbeiten ausländischer Künstler gezeigt werden. Vielleicht können wir irgendwann auch Flüge und Transportkosten bezahlen – für das Festival 2007 schien es uns die beste Alternative auf die Screeninglösung zurückzugreifen.
Wie soll es mit dem Festival weitergehen?
Dank der Unterstützung des Kulturreferats konnte 2007 das UAMO Festival in den Kunstarkaden durchgeführt werden. Es ist – im Gegensatz zu anderen Städten – in München aufgrund von Platzmangel nicht einfach, Räumlichkeiten für eine Veranstaltung wie dem UAMO Festival zu finden. Wir wünschen uns natürlich, dass es auch die nächsten Jahre möglich sein wird, für 4 Tage im Jahr einen passenden Raum zu finden. Das sollte eigentlich machbar sein – wir werden 2008 sehen, ob unser Wunsch in Erfüllung geht…


